Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Hunde können ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren und überhitzen deutlich schneller als wir Menschen. Schon wenige Minuten können darüber entscheiden, ob sich ein Hund vollständig erholt oder schwere Organschäden davonträgt.

Deshalb gilt: Lieber einmal zu früh handeln als einmal zu spät.

 

Erste Anzeichen einer Überhitzung

Achte besonders auf folgende Warnsignale:

  • Starkes, angestrengtes Hecheln
  • Eine weit herausgestreckte, oft dick wirkende oder nach vorne eingerollte Zunge
  • Unruhe oder auffällige Erschöpfung

Spätestens jetzt muss der Hund sofort aus der Hitze gebracht und aktiv gekühlt werden.

 

Symptome eines Hitzschlags

Verschlechtert sich der Zustand, können folgende Symptome auftreten:

  • Taumeln oder unsicherer Gang
  • Teilnahmslosigkeit (Apathie)
  • Zusammenbrechen
  • Bewusstlosigkeit

Jetzt handelt es sich um einen absoluten Notfall. SOFORT KÜHLEN und anschließend schnellstmöglich in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik fahren.

 

Das Wichtigste: Erst kühlen – dann losfahren

Entscheidend ist nicht nur, wie hoch die Körpertemperatur ansteigt, sondern vor allem, wie lange sie zu hoch bleibt. Jede Minute mit einer überhöhten Körpertemperatur erhöht das Risiko schwerer Organschäden.

So kühlst du deinen Hund richtig: 

Die wirksamste Methode ist möglichst kaltes Wasser.

Ideal sind:

  • kaltes Leitungswasser (9-12°C)
  • sehr kaltes Wasser oder Eiswasser (1-5°C), wenn verfügbar

Je größer der Temperaturunterschied zwischen dem überhitzten Körper und dem Wasser ist, desto schneller kann der Hund abkühlen.
Der Hund sollte möglichst vollständig mit kaltem Wasser in Kontakt kommen. Das kann zum Beispiel in einer mit Wasser gefüllten Plane, einem Kinderplanschbecken oder einer Wanne erfolgen.

Ist das nicht möglich:

  • den Hund kontinuierlich mit kaltem Wasser übergießen
  • Fell vollständig durchnässen
  • einen kräftigen Ventilator einsetzen oder für starke Luftbewegung sorgen

Wichtig: Ein wenig Fächeln oder kleine Handventilatoren reichen bei einem echten Hitzschlag nicht aus.

Muss das Wasser lauwarm sein?   Nein!!!

Die lange verbreitete Empfehlung, Hunde nur mit lauwarmem Wasser zu kühlen, gilt heute als überholt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass kaltes Wasser deutlich effektiver ist und die Überlebenschancen verbessert.
Die Gefahr durch eine anhaltende Überhitzung ist wesentlich größer als die Belastung durch eine schnelle Abkühlung.

Wann sollte die Kühlung beendet werden?

Die Kühlung sollte fortgesetzt werden, bis sich die Körpertemperatur wieder dem Normalbereich nähert. Idealerweise wird dies mit einem Thermometer kontrolliert. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt bei etwa 38,5 bis 39,5 °C.
Auch wenn sich dein Hund bereits besser fühlt, sollte er nach einem Hitzschlag immer tierärztlich untersucht werden. Manche Organschäden zeigen sich erst Stunden später.

Ausnahme: Hunde mit schweren Herzerkrankungen

Bei Hunden mit bekannten schweren Herzproblemen sollte besonders vorsichtig vorgegangen werden. Dennoch gilt auch hier: Die Überhitzung stellt die größte Gefahr dar. Im Zweifel sollte sofort gekühlt und gleichzeitig schnellstmöglich tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Merke dir diese drei Regeln:

 ✔ Hund sofort aus der Hitze bringen.

  Sofort aktiv mit kaltem Wasser kühlen.

Erst nach Beginn der Kühlung zum Tierarzt fahren.

Schnelles Handeln rettet Leben. Je früher die Körpertemperatur gesenkt wird, desto größer sind die Chancen, dass dein Hund den Hitzschlag ohne bleibende Schäden übersteht.