Vergiftungen

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Vergiftung - Tierarzt blu beethoven

Vergiftungen bei der Katze

Immer öfter führen nicht nur die typischen Gifte, sondern auch alltägliche Substanzen zu Vergiftungen. Häufig ist das auslösende Gift nicht bekannt oder es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Daher stehen neben der symptomatischen Therapie die Dekontamination und Elimination im Mittelpunkt. Rasches Handeln ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Da Katzen sehr wählerische Fresser sind, sieht man bei dieser Tierart Vergiftungen selten.

Der häufigste Grund für eine Vergiftung bei Katzen sind permethrinhaltige Parasitenschutzpräparate. Diese sind eigentlich nur für die Anwendung am Hund vorgesehen und werden fälschlich vom Besitzer an der Katze angewendet. Bitte achten Sie ganz genau auf die Angaben auf der Verpackung, bzw. halten Sie sich an unsere Empfehlungen.

Bei Freigängern ist aber oft das auslösende Gift nicht bekannt. Am häufigsten kommen aber Vergiftungen mit humanmedizinischen Medikamenten, Rattengift (Cumarine), oder Schädlingsbekämpfungsmitteln (Schneckengift – Metaldehyd, oder Insektenvernichtungsmitteln – Organophosphate oder Carbamate) vor.

Wirklich sehr selten sind Vergiftungen mit Zigaretten (Nikotin), verdorbenen Lebensmitteln, Frostschutzmitteln oder illegalen Drogen.

Sollten Sie die Katze, bei der Aufnahme von Substanzen beobachten, so geben Sie die ungefähre Menge an und bringen Sie die Verpackung zur Behandlung mit.

Vergiftungen beim Hund

Zu den häufigsten Vergiftungen gehören die Aufnahme von Schneckenkorn (Metaldehyd), Rattengift (Cumarine), Insektenvernichtungsmittel (Organophosphate oder Carbamate), verdorbene Lebensmitteln, Nikotin, illegale Drogen, Schokolade, Trauben/Rosinen, Medikamenten, Reinigungsmitteln und Frostschutzmitteln (Ethylenglykol).

Symptome

Häufig sieht man Symptome seitens des Magen-Darm-Traktes, wie Übelkeit, Erbrechen, extremes Speicheln, Durchfall und/oder neurologische Symptome, wie Schwanken, Zittern, Krämpfe. Daneben kommen auch Atemprobleme oder Blutungen (blutiger Urin, Blut aus dem Darm, Schleimhautblutungen, Blutungen in der Haut) vor.

Schokoladevergiftung beim Hund

Schokolade ist giftig für den Hund!

Als Richtlinie gilt, je dunkler die Schokolade und je kleiner der Hund, umso problematischer ist die Aufnahme.

Milde bis moderate Symptome können bereits ab 20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht auftreten, lebensbedrohliche wird es bei bei 60 mg/kg.

Theobromingehalt in verschiedenen Produkten:

Rohkakao 18 – 35 mg/g,
Kakaopulver 14 – 26 mg/g,
Milchschokolade 1.5 – 2 mg/g,
Dunkle Schokolade 5 – 8 mg/g,
Kochschokolade 14 – 16 mg/g,
70 %ige Schokolade 20 mg/g,
90 %ige Schokolade 26 mg/g.

Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theobromin.

Weintrauben oder Rosinen

Bei der Aufnahme von 10 – 30 g Weintrauben/kg Körpergewicht erleidet der Hund ein nicht therapierbares Nierenversagen und stirbt. Auch der Trester, der im Weinberg liegt, besteht aus Trauben!

Sollte Ihr Tier diese oft verlockenden Früchte, weil besonders süß, aufgenommen haben, kontaktieren Sie uns umgehend.

Notfallmaßnahmen bei Giftaufnahme

Wurde ein Gift gefressen und liegt der Zeitpunkt nicht länger als 2 Stunden zurück, kann man den Hund durch die Injektion eines speziellen Medikamentes erbrechen lassen.

Zur Dekontamination kann und muss man bei einigen Giften intensive Magenspülungen vornehmen.

Wurde die Haut des Hundes mit einem giftigen Stoff verunreinigt, ist die wichtigste Maßnahme, das Tier am Schlecken zu hindern und zu baden. Manchmal ist es besser, das Tier sofort zu scheren.
Bei manchen Giften gibt es spezielle Gegenmittel, die unter tierärztlicher Kontrolle mehrmals verabreicht werden müssen. Dazu ist oft eine stationäre Intensivtherapie und -betreuung nötig.

Bitte nie selbst versuchen, dem Hund mit Hausmitteln zu helfen!

Die Prognose von Vergiftungspatienten ist nicht nur von der Art des aufgenommenen Giftstoffes und dessen Menge, sondern auch vom korrekten und schnellen Handeln des Tierhalters und behandelnden Tierarztes abhängig! Bei einer schnellen, richtigen tierärztlichen Behandlung kann bei vielen Vergiftungen das Überleben des Patienten gesichert werden

Rattengiftvergiftung

Wenn der Hund Rattengift verschluckt oder gefressen hat, ist das ein akuter tiermedizinischer Notfall, der ein sofortiges Handeln notwendig macht. Die Symptome der Rattengifte zeigen sich meist zeitversetzt. Ohne lebensrettende Maßnahmen durch den Tierarzt würde der Hund sehr wahrscheinlich sterben oder schwerste Schäden davontragen.

Rattengifte enthalten Cumarinderivate. Diese wirken als Antikoagulantien, sie hemmen die Blutgerinnung. Man unterscheidet zwischen Wirkstoffen der 1. und der 2. Generation, wobei Wirkstoffe der 2. Generation meist giftiger sind.

Es kommt nach Verbrauch der noch vorhandenen Gerinnungsfaktoren (dauert meist 3 – 5 Tage), zu massiven inneren Blutungen. Die Hunde werden zusehends apathisch, schwächer oder fallen sogar in ein Schockgeschehen.

Wenn die Aufnahme von Rattengift beobachtet wurde oder der Hund an oben genannten Symptomen leidet, ist eine unverzügliche Vorstellung beim Tierarzt notwendig.

Diagnostik

Je nach Art des Rattengifts, Menge der Aufnahme und Dauer bis zur Vorstellung, können die Symptome von leicht bis lebensbedrohlich variieren. In den meisten Fällen ist eine stationäre Aufnahme des Hundes und anschließende intensive medikamentöse Therapie inklusive Infusionstherapie notwendig. Vitamin K ist das Antidot, das über einen langen Zeitraum gegeben werden muss. Meist über mehrere Wochen. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutgerinnung.